Phelsuma quadriocellata, quadriocellata - Peters (1883)
Der Augenfleck-Taggecko
Von Robert Ruppel
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Phelsuma quadriocellata, quadriocellata ist ein tagaktiver Gecko, der gut für die Pflegein Feuchtterrarien geeignet ist
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Ph.q. quadriocellata ist ein geeigneter Taggecko für die Vergesellschaftung mit Dendrobaten. Mit einer Länge von 10 bis 12 cm zählt sie zu den kleineren Arten. Sie ist eine hübsche Phelsume, die auf strahlend grünem Grund einen roten Strich auf dem vorderen Rücken zeigt, der von einer Vielzahl kleiner roter Flecken umgeben ist. Die schwarzen Achselflecken, die blauumrandet hinter den Vorderbeinen liegen, geben den Geckos die populäre Bezeichnung „Augenfleck-Taggecko"!
Da ihre Herkunft die immergrünen Regenwälder Ostmadagaskars (Fundort Perinet) sind und sie gleichzeitig Tagaktivität besitzen, eignen sie sich besonders für die Pflege in Feuchtterrarien.
Zur Systematik
Die Familie Geckos (Gekkonidae) enthält zur Zeit rund 800 Arten, die sich auf die vier Unterfamilien Lidgeckos (Eublepharine), Doppelfingergeckos (Diplodactylinae), Eigentliche Geckos (Gekkoninae) und Kugelfingergeckos (Sphaerodactylinae) aufteilen. Die Eigentlichen Geckos stellen mit 600 Arten die mit Abstand größte Unterfamilie dar. Hier finden wir auch die Gattung der Taggeckos (Phelsuma) mit etwa 60 Arten und Unterarten (Wermuth 1965).
Wo leben Phelsumen?
Die meisten Phelsumenarten leben auf Madagaskar, den Maskarenen, den Komodoren und den Seychellen. Eine isolierte östliche Art (Ph. andamanensis) kommt auf den zu Indien gehörenden Andamaneninseln vor. Nur zwei Arten haben das afrikanische Festland erobert.
Auf Madagaskar zeigt sich die Vielseitigkeit der von Phelsumen bewohnten Lebensräumen. Trockene Gras- und Buschsteppen, als auch in tropisch feuchten Regenwaldgebieten. Dementsprechend muss bei der Pflege im Terrarium der Ersatzlebensraum geschaffen werden. Die meisten Taggeckos sind ausdauernde Pfleglinge, wenn wir sie fachgerecht halten und auf ihre Bedürfnisse eingehen.
Meine persönliche Zuchterfahrung
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Ein geeignetes Terrarium für Phelsumen und Pfeilgiftfrösche
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Ein Umzug stand vor der Tür. Mein Paludarium (B 175, H117, T 0,75 cm) wurde abgebaut und entsorgt (Neubau). Die Tiere, Anolis carolinensis, Anoli sagrei und Phelsuma q. quadriocellata, wurden in kleinere Terrarien, in denen ich Dendro-baten pflegte, umquartiert. Das Terrarium für mein Pärchen Ph. q. quadriocellata hatte die Grosse von 70 cm B, 60 cm H, 40 cm T. und ein Wasserteil mit ca. 6 Liter Wasser. Ein kleiner Ventilator, eine 18-Watt-Leuchtstofflampe Lumilux 11 (Tageslicht) und eine kleine Unterwasserpumpe für den Wasserlauf, vollendeten die Technik. Die Rückwand und die Seitenwände waren mit Xaximplatten verkleidet, die mit Bromelien, Farnen und Moosen gut bewachsen waren. Vier Epipedobates tricolor, drei Phyllobates lugubris lebten schon seit eineinhalb Jahren in diesem Terrarium, indem sie sich schon erfolgreich fortpflanzten. Da Phelsumen glatte Flächen zum Klettern bevorzugen, klemmte ich daumendicke Bambusstäbe (halbierte und ganze) zwischen die Seiten- und Rückwand. Es sollte ja nur für kurze Zeit eine Übergangslösung sein.
Gefüttert wurde mit Wiesenplankton, Drosophila, Wachsmaden und -motten, sowie mit reifem Obst. Außer Wiesenplankton, wurden alle Futtertiere und auch das Obst mit Korvimin ZVT bestäubt. Die Temperatur in diesen Terrarien bewegte sich zwischen 24° C am Boden und bis zu 31° C unter der Lampe, die Luftfeuchtigkeit schwankte zwischen 50 und 80%.
Zu meiner Freude zeigten sich die Phelsumen den ganzen Tag in ihren leuchtendsten Farben, was wiederum ein Zeichen besten Wohlbefindens bei diesen Tieren ist. Sie bewegten sich ohne Scheu in der oberen Hälfte des Terrariums, die Epipedobates tricolor und Ph. lugubris störten sich nicht daran, sie laichten weiterhin ab, die Männchen lockten mit ihrem Getriller und versorgten die schlüpfenden Larven. Auch meine Phelsumen hatten ihr Verhalten geändert. In leuchtenden Farben und freudig erregt wurde das Weibchen mit hin und her zuckendem Kopf, abgestemmtem Oberkörper und ständigem Wedeln des Schwanzes, vom Männchen umworben. Die Paarung dauerte mehrere Sekunden, wobei das Männchen das Weibchen umschlingt und beide die Hinterleiber zusammenpressen.
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Doppel-Ei hinter einem Bambusstab
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Nach vier Wochen fand ich das erste Ei in einer Tillandsie. Dieses Ei ließ ich im Terrarium und schützte es mit einem Gewebe vor den Alttieren. Leider war dieses Ei jedoch nicht befruchtet.
Inzwischen war das neue Paludarium fertig, gut bepflanzt und die Phelsumen hätten nun in ihr größeres Umfeld einziehen können. Doch beim Herausfangen der Phelsumen fand ich ein „Doppel-Ei" hinter einem halben Bambusstab. Ein sicheres Zeichen für mich, dass das kleinere Umfeld besser passte! Deshalb beschloss ich, die Tiere weiterhin mit den Pfeilgiftfröschen nun doch im Terrarium zu pflegen.
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Ein Ei, das in einer Bromelie abgelegt wurde
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Meine Phelsumen zeigten keine Scheu und bald fand ich wieder ein Doppel-Ei, nun ineiner Bromelie. Nach drei Monaten sah ich beim Sprühen das erste Jungtier. Ich fing es heraus und setzte es zur weiteren Aufzucht in eine Klarsichtdose aus Plastik, in die ich Lüftungsflächen aus Gaze zum Luftaustausch einarbeitete. Der Boden wurde mit angefeuchtetem Schaumstoff ausgelegt, eine Scindapsus-Ranke und ein Futterschälchen ergänzten die Einrichtung.
Aus Drosophila, überreifen Bananen, die gut mit Korvimin bestäubt wurden, bestand die Fütterung. Auch tägliches Sprühen war sehr wichtig! Trotzdem starb mir das erste Jungtierchen nach drei Tagen. Der Grund: Es konnte sich nicht häuten und war daran erstickt. Meinen Alttieren bot ich zusätzlich klein geriebene Sepiaschalen an und diese wurden vom Weibchen verstärkt aufgenommen.
Ein zweites Jungtier zeigte sich wieder sehr schön an der Frontscheibe und ich konnte die erste Häutung dabei sehr gut beobachten! In einem meiner vier weiteren Terrarien mit gleicher Einrichtung, zog ich junge Dendrobates auratus auf und zu diesen setzte ich nun die junge, gehäutete Phelsume. Die jungen Frösche standen gut im Futter (Drosophila), trotzdem hängte ich zusätzlich eine umfunktionierte Filmdose (Futterschale) mit reifen Obst auf.
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Pärchen von Phelsuma q. quadriocellata
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Jungtier von unten gesehen
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Zu der jungen Phelsume gesellten sich im Laufe der nächsten Monate noch weitere sieben Jungtiere! Die D. auratus wuchsen prächtig und die jungen Phelsuma q. quadriocellata standen ihnen in nichts nach. Nach fünf Monaten musste ich die größeren herausfangen, da die ersten Streitigkeiten (Revierverteidigung) begannen.
Rückblickend kann ich sagen: In einem Paludarium kann man Ph. q. quadriocellata sehr gut pflegen, aber zum Züchten ist der Behälter zu groß und unüberschaubar. In einem Terrarium, wie beschrieben kann man die Tiere sehr gut kontrollieren und die Nachzuchten schneller finden bzw. einfangen. Für Dendrobatenfreunde ist diese Phelsume ein idealer Taggecko zur Vergesellschaftung. Wichtig ist meines Erachtens: Die Alttiere müssen abwechslungsreich mit Insekten und sehr reifem Obst, dazu ein gutes Vitaminpräparat und Kalk (Sepiaschale), gefüttert werden. Der Erfolg sind gesunde und sich leicht häutende Alt- und Jungtiere.
alle Fotos: Robert Ruppel
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