Der Rote Hexenwels

Von Günther Patzelt

 

Werden Hexenwelse artgerecht gepflegt, dann stellt Sich auch Nachwuchs ein

Foto: Th. Weigenthaler

 

Im Januar 2002 kaufte ich sechs Exemplare des Roten Hexenwelses (Rineloricaria sp. rot), mit einer Länge zwischen sieben und acht Zentimetern. Ihr neues Heim wurde ein 240 Liter fassendes, dicht bepflanztes Gemeinschaftsbecken.

Als weitere Einrichtung dienten Wurzeln und für die Welse kamen noch zwei vorher gut gewässerte Bambusröhren von etwa 15 Zentimetern Länge, mit einem Innendurchmesser von 20 bis 30 Millimetern, hinzu. Die Röhren wurden auch bald von den Tieren angenommen. Die Temperatur lag bei 23° C, der pH-Wert um den Neutralpunkt. Futtertabletten, rohe Gurken, Karotten, überbrühter Spinat und Salat standen auf dem Speiseplan.

Im Juli des darauf folgenden Jahres - die Fische waren jetzt ungefähr zwei Jahre alt - konnte ich einen Ablaichvorgang beobachten. Das laichende Paar stand dicht zusammen in einer Röhre. Die Geschlechter waren daran zu unterscheiden, dass das Männchen schlanker als das Weibchen ist. Am nächsten Tag entnahm ich das Rohr mit dem Gelege und überführte es mit Wasser aus dem Gesellschaftsbecken in ein zwölf Liter fassendes Aquarium. Das einzelne Laichkorn hat einen Durchmesser von ca. ein bis zwei Millimeter. Gegen Verpilzung kam Tripaflavin dazu. Das Rohr wurde schräg hingestellt und am unteren Ende ein Sprudelstein angebracht, um den Laich mit Strömung und Sauerstoff zu versorgen. Die Wassertemperatur stellte ich auf 24° C ein.

Nach ungefähr einer Woche schlüpften etwa 40 bis 50 Larven, die sich am Boden aufhielten, oder an den Scheiben hingen. Fünf Tage nach dem Schlupf begann ich mit frisch geschlüpften Artemia zu füttern. Nachdem die kleinen Welse auf etwa drei Zentimeter Länge herangewachsen waren, bekamen sie das gleiche Futter, mit dem auch die Alttiere ernährt werden. Gefüttert wurde am Morgen und am Abend. Eine vorsichtige Dosierung ist allerdings angebracht, da das Wasser bei dieser Kost leicht trübt und die Jungfische empfindlich darauf reagieren.

Nach und nach habe ich die jungen Hexenwelse - unter Zugabe von etwas Aqua-Safe bei jedem Wasserwechsel - an unser Dachauer Leitungswasser gewöhnt. Nach vier Monaten konnte ich die ersten Welse, die nun eine Länge von fünf Zentimetern hatten, an interessierte Kollegen weitergeben. Vier Wochen nach dem ersten Gelege konnte ich ein weiteres - auch wieder 40 bis 50 Tiere umfassend - aufziehen.
 

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