Vivaristik auf Briefmarken
Von Wolfgang Maleck
Die Sammelwut kennt heute keine Grenzen. Kein Ding ist unnütz genug, um nicht gesammelt zu werden: abgefahrene Fahrkarten, Elefantenstatuen, Plastikfiguren (je hässlicher, desto besser), Theaterkarten, Postkarten, Nachttöpfe etc. usw.
Und wir sammeln Fische, Frösche oder gar Vogelspinnen. Und wer nicht alle Fische halten kann, der will sie wenigstens auf Briefmarken sein Eigen nennen. Daher hat das Sammeln von Motivmarken aus der Vivaristik schon lange Konjunktur.
Bei allem was beliebt ist (und Geld bringen kann) gibt es schnell Auswüchse. So auch beim Briefmarkensammeln. Daher müssen wir zuerst ganz klar feststellen, was eine Briefmarke eigentlich ist: Sie ist ein Beleg darüber, dass für eine beförderte Postsendung die entsprechende Gebühr bezahlt wurde. Streng genommen ist nur so ein Beleg sammelwürdig. Alles andere sind allenfalls „Gefälligkeits"-Belege und daher genau betrachtet auch nichts wert.
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Briefmarken, die mit unserem Hobby zu tun haben, werden gerne gesammelt
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Das Sammeln von „postfrischen" Marken, Sonderbriefen von Veranstaltungen etc. pp. ist also eigentlich eine dubiose Angelegenheit. Dies wird besonders deutlich bei den Motivsammlungen, wie z. B. Vivaristik auf Briefmarken. Der durchaus vorhandene Markt wird von vielen Ländern ausgenutzt, um mit Motivausgaben die Kassen zu füllen. Dabei gehen viele dieser exotischen Länder soweit, ihre Briefmarkenproduktion an Agenturen abzutreten. Diese Briefmarken werden dann in Europa oder Nordamerika hergestellt und an Sammler vertrieben. Sie haben ihr Ursprungsland nie gesehen, geschweige sind jemals als Postbeleg verwendet worden. Manche Länderbezeichnungen wird man sogar auf keiner Landkarte finden.
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| Verschiedenste
Motive gibt es aus aller Welt
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Wie kann man solche Länder erkennen? Ein guter Hinweis auf derartige Länder ist das Vorhandensein vonMotivmarken mit der Prinzessin von Wales („Lady Di"). Wer solche Marken herausgibt, ist eine gute Adresse für reine „Gefälligkeits-Briefmarken". Gut abschätzen lässt sich auch das Verhältnis von Landesgröße (und damit Brief- also Portoaufkommen) und Menge der - meistens Motiv - Briefmarkenausgaben. Als Beispiel sehe man sich hier die Menge der Ausgaben der Inselstaaten Palau, Tuvalu und Vanuatu an (ja, diese Staaten gibt es wirklich!).
Auf dem Gebiet der Vivaristik-Brief-marken sollten wenigstens einheimische Vertreter der Flora und Fauna abgebildet werden.Wenn in einer Serie von Kambodscha der Neon und der Skalar oder bei Madagaskar Betta und Cichlasoma abgebildet werden, ist dies doch etwas unverständlich, da doch genug einheimische Tiere vorhanden sind.
Wenn man solche Marken herausgibt, sollten sie wenigsten grafisch hervorragend gestaltet sein. Aber auch da sparen die herausgebenden Agenturen meistens. Der schnelle Profit ist bei derartigen Ausgaben wohl die einzige Richtschnur.
Als Sammler muss man also entscheiden, welche Marken es
würdig sind, in die Motivsammlung aufgenommen zu werden. Kaufen muss man die
meisten Motivmarken im Handel, da die wenigsten von ihnen als Postbelege
gelaufen sind. Dabei ist der Gegenwert, den man erhält, meist zweifelhaft. Wenn
man z. B. für eine Serie von 10 Marken 3.- Euro bezahlt, so sind das pro kleinem
Bildchen immerhin 30 Cent. Für wenig mehr bekommt man schon eine bunte
Aquarienzeitschrift mit weit mehr Bildern oder für das 2 bis 3-fa-che schon
manch gutes Aquarienbuch. Und man muss sich darüber im klaren sein, dass bei
einem Wiederverkauf die Marken meistens nichts wert sind. Akzeptiert man diese
Prämissen, kann man auch an dem (Zusatz-)Hobby Briefmarken-Motivsammlung seinen
Spaß haben.
alle Fotos: Wolfgang Maleck
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